Alte Zeremonien und Geschenke bestimmen auch in England das Osterfest. Sogar die königliche Familie verteilt bis zum heutigen Tag das Royal Maundy, dessen Wurzeln bis in das 13. Jahrhundert zurückgehen. Da es an ebenso viele Personen vergeben wird, wie das Alter des Monarchen zählt, sind die Beschenkten in diesem Jahr – Dank Queen Elizabeth – so zahlreich wie noch nie. Am Gründonnerstag erhalten Frauen oder Männer, die sich in ihrer Gemeinde, und ihrer Kirche besonders verdient gemacht haben, je eine rote und eine weiße Lederbörse.

Geldbörse

Weiß steht für das Maundy Money und das sind in diesem Jahr 86 Münzen, Rot steht für im Umlauf befindliches Geld (früher gab es an dieser Stelle Essen und Kleidung).

Wesentlich anrührender als jedes Geldgeschenk ist die Story, die sich mit den Hot Cross Buns verbindet, die am Karfreitag im Königreich gegessen werden. Die süßen Rosinenbrötchen, die nach Zimt und Muskatnuss duften und mit einem Kreuz versehen sind, wurden angeblich schon für heidnische Zeremonien gebacken und das Kreuz war damals angeblich ein Sonnenrad – das erklären zumindest die Historiker.

Rosinenbrötchen

Mir persönlich gefällt die Geschichte der Witwe besser, die einen Sohn besaß, der zur See fuhr. Für seine gesunde Rückkehr am Karfreitag versprach sie ihm ein Brötchen zu backen. Leider kam der junge Seemann nie nach Hause. Seine Mutter hoffte jedoch Jahr für Jahr auf ein Wunder. An jedem Karfreitag schob sie den Teigling in ihren Backofen. Kein einziges dieser Brötchen aß sie selbst oder warf es fort. Als nach ihrem Tod ihr Haus in London abgerissen wurde, fand man die getrocknete Sammlung ihrer enttäuschten Hoffnungen. Heute steht an Stelle des Wohnhauses das Pub „The Widows’s Son“ und die Brötchen hängen in einem Netz über der Bar. Auch an diesem Karfreitag wird wieder ein neues gebacken und hinzugefügt. Seeleute aus ganz England kommen Jahr für Jahr nach London in das Pub um für die verstorbene Witwe zu singen und zu beten.

Kirche

Ein Rezept für die Hot Cross Buns zum Nachbacken finden Sie demnächst auch hier bei mir, meine lieben Leserinnen und Leser. Wenn Sie zusätzlich zu der Tasse Tee, die Sie vielleicht zu einem solchen Karfreitagsbrötchen genießen, auch eine romantische Story aus dem alten Großbritannien lesen wollen, dann prüfen Sie doch einmal, ob Sie wirklich schon alle Liebesromane von Marie Cordonnier und Valerie Lord gelesen haben, die im Königreich spielen.

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Mit den besten Wünschen für das Osterfest und in der Hoffnung, dass Sie nie vergeblich auf einen lieben Menschen warten müssen, bin ich Ihre

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